AXEL

 

Meine Geschichte...

 

 Mai 1959: 

Axel Westdörp wird in Waldniel/Schwalmthal am Niederrhein geboren. Der kleine Axel auf dem Arm seines Papas Ewald.

Papa Ewald war zu dieser Zeit auch schon Musiker und spielte in einigen Trios und Tanzkapellen am Schlagzeug.  

Das muss wohl der Grund gewesen sein , dass die Musiker-Gene an mich weiter gegeben wurden...

60er/70er Jahre:

Oft hatte mein Vater das Schlagzeug zu Hause aufgebaut, weil er immer sein Instrument auf Hochglanz gewienert

hat. Die Becken wurden mit Paste geschmiert, so, dass sie immer glänzten. Ich hämmerte oft darauf rum,

bis eines Tages mein Vater sagte: „Nun aber richtig!“…  Ich war gerade 11 Jahre alt und ging bei Vater

in die Schlagzeuglehre. Ich entwickelte aber schnell meinen eigenen „Stil“, spielte die 70er nach,

Slade, Sweet, Suzi Quatro, Gary Glitter.. Deutsche Hitparade, englische Hitparade...  auch Swing und Tanzmusik.

Doch auch die 60er Jahre blieben von mir nicht unbeachtet... Cliff Richard, Beatles, Everly Brothers, Dave Clark

Five, Chris Montez und viele mehr, wurden auch gerne und viel von mir gespielt. Ein breites Interesse aller

Musikrichtungen vieler Jahre! Stunden lang saß ich am Schlagzeug und fühlte mich pudelwohl.

Die Schlagzeug-Stöcke (heute heißen sie ja „Sticks“), verließen kaum meine Hände. Ab und zu gab Vater mir mal

einen „Gig“ ab, für ein paar Stunden, damit ich auch mal die Bühne kennen lerne, so für 1-2 Stunden...

AxeAxAxel, hintere Reihe, 2. von rechts...

Ich war gerade 14 geworden, als eine aus 13 Mann bestehende BIG BAND „de Fiusthandschen“,

zu Hochdeutsch 'die Fausthandschuhe' aus Bennigsen-Gestorf auf mich zu kam und fragte, ob ich

nicht das 2. Schlagzeug machen wolle, inkl. Rhythmik. Die Fiusthandschen waren Niedersachsens jüngste

Bigband, Durchschnittsalter zwischen 20-25. Der Bandleader spielte im großen Musikkorps der Bundeswehr,

war entsprechend professionell. Schnell hatte ich ja gesagt. Vater war stolz wie verrückt und brachte mich

regelmäßig zu den Proben. Zwei Schlagzeuger waren auch eine Herausforderung. Gute Abstimmung war

erforderlich und höchste Präzision. Wenn erforderlich, spielte ich auch Perkussion, ich liebte es, die

Stücke auch in der Rhythmik aufzupeppen. Wir spielten Stücke von Benny Goodman, Bert Kaempfert,

James Last, George Gershwin, Glen Miller, auch Stücke die von James Last geprägt wurden.

Privat habe ich dann noch Schlagzeugunterricht gegeben, um mein Taschengeld etwas aufzubessern...

Die Fiusthandschen wurden immer berühmter - auch Auftritte im Ausland - leider konnte ich dann nicht

mehr mit machen, die Schule war ja auch wichtig, aber viel schlimmer war, wir zogen von Bennigsen/Hannover

nach Huntlosen.  Dann war erst mal Ruhe mit der Musik. Das Schlagzeug landete aufgebaut auf dem Dachboden.  

Ein paar Schlagzeug-Auftritte im Jugendzentrum mit diversen Musikern - das war es dann aber auch.

Viele Tanzbands suchten Drummer, klingelten bei uns oft an der Tür, ich spielte vor. Die waren maßlos

begeistert, aber dafür war ich noch mit gerade 16 Jahren zu jung, um auch nachts unterwegs zu sein.

Auch ohne Führerschein...

Mit 17 lernte ich dann einen Gitarristen kennen, den Rainer.  Ich entdeckte die Liebe zur „Gitarre“, 

erst einmal „Bass“.  Vater schenkte mir eine entsprechende gebrauchte Bassgitarre, die ich auch 

heute noch habe und in Ehren halte.  Rainer und ich spielten dann den Rock und die Hits der 70er Jahre,  

Jethro Tull und das, was gerade angesagt war. Er lernte mich auch an der Lead-Schlaggitarre an, 

Akustikgitarre, 6- und 12-saitig.  Wir hatten einige schöne Auftritte in den Jugendzentren. 

Ich habe mich da richtig reingekniet, konnte deshalb schon bald Unterricht für Gitarrenanfänger geben...

Die Gitarre war immer bei mir,  gerne spielte ich meiner Mutter etwas vor, war es doch ein Freischein,

um auch mal an der Pfeife ziehen zu dürfen...

Mit 20 Jahren baute ich mir in "gefühlt" jahrelanger Arbeit, eine Dr. Böhm Orgel zusammen.

Und wurde… ORGANIST…  Mit hervorragender Begleitautomatik entwickelte ich schnell ein gewisses

Können, auch wenn es vorerst nur für Familie und Wohnzimmer geeignet war...

                           

Aus privaten Gründen zog ich 1984 von Huntlosen nach Oldenburg und eröffnete dort einige 

Videotheken. Dort lernte ich den Drummer Wilfried Wübbenhorst kennen, der für seine „California

Showband“ einen Bassisten gesucht hatte.  Mit zwei Keyboardern, Gitarre, Bass und Schlagzeug ging 

es dann auf die Bühne. Zunächst Schützenfeste, kleinere Veranstaltungen, dann aber der große

Auftritt auf der Insel Baltrum. Stimmung pur !!   Die Band hielt nicht lange, die Musiker waren sich

untereinander „nicht grün“, viel Unruhe und geplante Personalwechsel... bis hin zum Ende der Band.

Ich kaufte mir ein paar Keyboards und übte fleißig weiter. Ich wollte unbedingt meine Keyboard

Kenntnisse erweitern...

In der Videothek lernte ich dann Hans-Gerd Teslinski kennen. Seine damalige Frau Kerstin 

arbeitete bei mir.  Hansi Teslinski war der Gitarrist der CLASSICS. Als ich ihn in meinen Musikkeller

führte, unterhalb meiner Videotheken, wusste er gar nicht, wie ihm geschah. Hatte er nur die 

Hammond-Klänge mit Leslie-Box der Classics im Ohr, hörte er auf einmal für ihn völlig Neues. 

Er war begeistert und holte Norbert Pollak (Drummer der Classics) zu uns. Auch er war völlig 

überrascht, welche tollen Klänge aus dem Musikkeller kamen. Obwohl Norbert großes Interesse

hatte mitzumachen,  blieb er doch bei seinen CLASSICS.  Hansi und ich suchten Leute für die

NIGHTBIRDS. Das zeigte sich schwieriger als gedacht. Und unser erster gemeinsamer Auftritt,

Kramermarkt im großen Zelt, war nicht gerade gelungen. Später kamen noch Wolfgang Hullmann

(Gitarre) und WALTER BLEIER (BASS), ein hervorragender Musiker, der gerade aus Österreich

nach Deutschland gezogen war und bereits in Österreich in vielen namhaften Bands gespielt hatte. 

Schließlich kam doch noch Norbert Pollak dazu, der Name NIGHTBIRDS wurde später dann zu

UNITED FOUR...

Der Terminkalender war voll. Fast jedes Wochenende waren wir auf der Bühne, wir waren 

erfolgreich, die Musik war klasse und traf damals genau den Zahn der Zeit. 

Im Jahr 1998 verließ ich die UNITED FOUR,  es kam ein Bassist als mein Nachfolger, der heute 

auch noch unter MATZE GLATZE die UNTITED FOUR leitet.  Ich zog nach Emden/Ostfriesland, um

dort Fotogeschäfte zu eröffnen und mir meinen Lebenstraum, „wohnen am Wasser“, erfüllen zu können.

Aus meinem großen Hobby „Fotografie“ habe ich einen Beruf gemacht. 

Gelegentlich habe ich noch bei den United Four ausgeholfen, denn die Keyboarderin verließ die Gruppe

aus privaten Gründen. Fehlte ein Bassist, spielte ich aushilfsweise BASS.  Fehlte ein Keyboarder, 

spielte ich halt KEYBOARD.  Aber die Fahrerei (Emden/Oldenburg/Emden) war mir einfach zu viel...

Um allerdings nicht ganz die Verbindung zur Musik zu verlieren, habe ich mir ein ganz  kleines

Tonstudio angeschafft, wo ich dann die nächsten 20 Jahre, zu meinem eigenen Vergnügen, in die

Tasten gehauen habe oder Gitarre, wie auch Bassgitarre gespielt habe.  Das Schlagzeug hatte mein

Vater zwischenzeitlich verkauft, es stand noch bei meinen Eltern in Huntlosen. 

 

Im Jahr 2018 fing ich so langsam an, etwas unruhig zu werden. Ich wollte wieder Musik machen,

wieder auf die Bühne. Möglichst so unkompliziert, wie es damals war. Das war aber wohl kaum möglich.

Viele Bands gab es nicht mehr, viele Musiker meines Bekanntenkreises hatten die Musik aufgegeben, 

auf Grund des Alters, aber auch wegen des Anspruchs.  DJs schossen wie Pilze aus dem Boden, und lösten

die 3-,4- oder 5-Mann Bands völlig ab.  Und wenn nicht, kam ein großer Teil der Musik aus der

digitalen Konserve. Das war nichts für mich. Also - weitersuchen war angesagt...

Ich erweiterte meinen FB-Freundeskreis um einige Musiker, verfolgte deren Können und deren Auftritte.  

Als ich Heiligabend dann einigen Musikern meine Weihnachtsgrüße via Facebook übermittelte,

stieß ich auf Harry Houben von den STINGRAYS. Ich hatte ihn gebeten, wenn er mal hört, wo Musiker

gebraucht werden, an mich zu denken. Er fragte mich nett, ob ich nicht bei den STINGRAYS mit machen möchte?

Als Allrounder, zwischen 3. Gitarre und Keyboard wechselnd. Ein bisschen auffüllen, was vorher nicht so

gut möglich war, denn es gab ja in den 60ern auch schon einige schöne Piano-, Streicher-, Orgel-Keyboard

Passagen in den Stücken...

Wir trafen uns zum Kennenlernen in Emden. (Anke und Harry Houben, mit Walter Bleier) und waren

uns sofort sympathisch. Anke und Walter kannte ich ja schon aus meiner Musikerzeit in Oldenburg...

Unsere erste Probe war klasse…  

Die Band war insgesamt einverstanden, mich in deren Mitte aufzunehmen.

 

Die CORONA KRISE hat uns nun leider verwehrt, zeitnah gemeinsam die Bühne zu rocken.

Aber, das kommt noch! Mit Sicherheit…

 

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